Projekt „Zukunft ohne Krieg“

Ein globales Unternehmen, die Erde von Gewalt und Krieg zu befreien.

Offener Brief an Freunde in Bolivien

Liebe Freundinnen und Freunde!

 Wir schreiben nach einer heftigen Gewitternacht. Die Elementarkräfte helfen mit. Wir haben uns in einer ausgebauten Mühle eingemietet, um jetzt die größtmögliche Konzentration aufzubringen für die Frage, wie Tamera euch in Südamerika, in Bolivien, Kolumbien, Peru, Brasilien, Mexiko… am besten helfen kann. Das hat unter anderem die Einladung, die über euch zu uns kam, ausgelöst. Ein zweiter Auslöser ist die unendlich schwierige und gefährliche Situation, vor der die Friedensgemeinschaft San José de Apartadó in Kolumbien gerade steht.

Wir sehen im Moment eine große Chance und eine große Notwendigkeit für den Aufbau einer effizienten globalen Allianz, die euch und Kolumbien helfen könnte…  Wir möchten euch so kurz wie möglich etwas über diese große Chance schreiben, einige Grundgedanken, die uns begeistern und die Richtung aufzeigen, in der eine Lösung der scheinbar unlösbaren Probleme liegen könnte.

Wir sehen in allen Ländern das gleiche Problem der Globalisierung. Es folgt überall dem gleichen Prinzip: ein Land wird durch Monokulturen und Exporte ökologisch zerstört und ausgebeutet, Lebens- und Dorfgemeinschaften werden auseinandergerissen, Vertrauen zerbrochen, die Menschen fliehen in die großen Ballungszentren, wo sie verelenden. Wer die ländlichen Gebiete trotzdem noch besiedeln will, kann dies nur unter großen Entbehrungen tun und unter der ständigen Gefahr von Vertreibung und Verfolgung. Die Globalisierung verhindert systematisch alle Formen der Selbstheilung und Selbsthilfe: Autarkie, die Erzeugung von eigenem Saatgut, freier Zugang zu Wasserquellen, Ausbildung, Zusammenschluß zu Interessengruppen und Gemeinschaften, Aufbau von Subsistenzwirtschaften. Zwietracht und Desinformation werden gesät, damit die Menschen im Bann der Angst regierbar bleiben.

Wie entkommen wir diesem Gespenst?

Die Antwort von Tamera heißt: durch den Aufbau von Modellen. Und zwar nur durch den Aufbau von komplexen, nachhaltigen und verallgemeinerbaren Modellen. Das klingt streng, aber es ist ja etwas Schönes, wie ihr wißt.

Wir möchten es hier an einem Beispiel verdeutlichen: Der Permakulturspezialist Sepp Holzer aus Österreich wird eingeladen, überall in der Welt seine Wasserlandschaft aufzubauen; das ist wunderbar. Aber er sieht auch gleichzeitig, wenn sich die Menschen untereinander bekriegen, nützen die schönsten Wasserlandschaften nichts. Wasser ist ein verbindendes Element, wenn es aber in den Bann nachbarschaftlicher Konflikte gerät, die nicht gelöst werden können, wird es zum trennenden Element. Die einen verbieten den anderen die Quelle zu benutzen, die gerade wieder angefangen hat zu fließen. Damit eine Wasserlandschaft ihre ganze Heilkraft entfalten kann, gehört die menschliche Gemeinschaft dazu. Und so könnte ich fortfahren, bis ich das ganze Modell habe. Denn zur menschlichen Gemeinschaft gehört das Wissen in der Liebe, zum Wissen in der Liebe gehört die Anteilnahme an der Welt, zur Anteilnahme an der Welt gehört das Denken, zum Denken gehört die Theoriebildung, zur Theoriebildung die Ausbildung… ihr seht, man kann etwas, das ganz ist, nicht in Einzelteile zerlegen und sie getrennt voneinander als Hilfe anbieten. Wir können nicht nach Bolivien kommen und dort nur die Idee der Wasserlandschaft vorstellen. Bolivien könnte aber mit einer Wasserlandschaft anfangen und daraus eine Modell-Universität machen: Ein Ort, wo sich aus einer Wasserlandschaft ein ganzheitliches und nachhaltiges Modell für eine neue Zivilisation auf diesem Planeten entwickelt: Hier wird das Wasser-Geheimnis studiert; hier werden neue Grundgedanken gelehrt für Ernährung und Permakultur; hier wird das indigene, mythologische Wissen über die Verbundenheit des Menschen mit der Natur auf moderner, wissenschaftlicher Ebene dokumentiert und wiederentdeckt; hier entsteht ein globaler Campus, wo junge Menschen für Berufe ausgebildet werden, die dem Frieden dienen und nicht mehr dem Krieg; hier entsteht eine spirituelle Schule für den Zusammenhang zwischen äußerer und innerer Friedensarbeit, ein Ort für Versöhnung und Solidarität unter Menschen, eine Wallfahrtsstätte für die Heilung von Mensch und Erde.

Und sobald ein erster solcher Ort aufgebaut ist, (und sei es erst in Ansätzen) geschieht das Wunder.

Zum Weiterlesen, hier der ganze Text als pdf

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Juni 1, 2011 Posted by | Ökologie, Basic, Friedensbewegung, Politik | , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tamera-Manifest für eine neue Generation auf dem Planeten Erde

Ein Abschnitt aus diesem Text von Tamera-Gründer Dieter Duhm:

(download ganzer Text als pdf: hier)

„Die Erde ist heilbar. Es gibt eine Welt, welche unsere Wunden heilt. Dies ist die Welt des ungefälschten Lebens. Und es gibt eine Welt, welche die Wunden verursacht: Es ist die Welt des Menschen. Diese beiden Welten müssen zusammenkommen, um künftiges Leiden zu verhindern. Die Welt des Menschen muß wieder eingebettet werden in die grundlegenden Ordnungen des universellen Lebens. Zu heilen sind zunächst die vier Grundlagen des Lebens: Energie, Wasser, Nahrung und – die Liebe. Diese vier Lebensquellen müssen befreit werden von den Dunkelmächten, die sie zerstört haben (Energiekonzerne, Diktaturen, Kirchen etc.). Dies ist kein privater und kein lokaler Kampf, sondern ein globaler. Es ist ein Kampf zwischen den globalen Kräften des Lebens und den globalen Kräften der Zerstörung. Wenn das Leben siegt, wird es keine Verlierer geben.“

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Mai 1, 2011 Posted by | Basic, Friedensbewegung, Jugend, Politik | , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

DIE MACHT DER KONKRETEN UTOPIE

Aus: Dieter Duhm, Die Heilige Matrix

Wenn wir den Krieg überwinden wollen, brauchen wir eine konkrete Vision für den Frieden. Wenn wir das globale Kraftfeld der Gewalt überwinden wollen, brauchen wir eine konkrete Vision für ein globales Kraftfeld des Friedens. Wir haben in der Studentenrevolte der Sechziger Jahre gesehen, wie leicht Menschen in der Lage sind, gemeinsam gegen etwas zu kämpfen, und wie schwer es ihnen fällt, auch gemeinsam zu leben. Wir konnten das Problem einer Polizeikette lösen, aber nicht das Problem des Geschirrspülens in unseren Wohngemeinschaften, nicht das Problem der Hierarchie in unseren Gruppen und schon gar nicht das Problem der Sexualität. Außer einigen Parolen vom herrschaftsfreien Leben gab es noch keine positive Vision, keine konkrete Utopie für eine neue Lebensweise. Die bisherigen Befreiungskämpfe waren meistens Kämpfe gegen bestehendes Unrecht und noch nicht ein Kampf für die Verwirklichung einer klar gesehenen und realistischen Vision von Frieden und Gerechtigkeit.

Die Aufgabe von TAMERA*) ist die profunde Entwicklung einer konkreten Utopie für eine neue Form menschlicher Kultur und Gesellschaft und für eine neue Verbindung unseres Lebens mit den Wesen der Natur und den Kräften der Schöpfung. Eine solche konkrete Utopie enthält ein relativ präzises Bild und eine komplexe Gesamtinformation für eine reale Friedenskultur. Utopie unterscheidet sich von Illusion dann, wenn sie mit dem inneren Bauplan und den Möglichkeiten der Realität, also des Universums, übereinstimmt. Alle Wesen haben eine konkrete Utopie (als sogenannte ”Entelechie” und innere Zielgestalt) in sich, die ihre Entwicklung steuert. Die Macht der konkreten Utopie ist gewaltig, sie macht aus dem Samenkorn einen ausgewachsenen Baum, aus der Raupe einen Schmetterling, aus dem Embryo einen erwachsenen Menschen. Die Einzelwesen besitzen diese Macht nicht aus eigener Kraft, sondern aus ihrer Verbindung mit dem Ganzen. Die konkrete Utopie ist die Matrix oder die Blaupause, durch welche die Macht des Ganzen in das Wesen einströmt und es zur Verwirklichung bringt. Würde die Raupe aus eigenem Entschluß ein Schmetterling werden wollen, so stünde sie vor einer unlösbaren Aufgabe. Die konkrete Utopie ist derjenige Machtfaktor im Leben, der alle Wesen über ihre momentane Begrenzung hinausführt.

Das Wirken der konkreten Utopie folgt einem Kraftprinzip, welches allen mechanischen Prinzipien weit überlegen ist. Ein winziger Graskeimling kann eine fünf Zentimeter dicke Asphaltdecke durchstoßen. Er kann dies wiederum nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Verbindung mit dem Ganzen, welche ihm durch seine innere Blaupause mitgegeben ist. Der Machtkampf zwischen dem Graskeimling und der Asphaltdecke wird somit auf einer gänzlich anderen Ebene entschieden. Auf analogem Wege könnten sich die Friedenskräfte gegen die äußerliche Übermacht der Zerstörungskräfte durchsetzen.

Es besteht kein Zweifel, daß eine fundamentale Wendung zu einer Zukunft ohne Gewalt möglich ist, wenn es uns gelingt, für uns und unsere gesellschaftliche Entwicklung die richtige konkrete Utopie zu finden. Wir hätten damit die Matrix oder Blaupause gefunden, durch welche die gesamte Macht der Schöpfung in unsere Arbeit einströmen könnte. Es ist die einzige Macht, die stärker ist als der Krieg. Und genau dies ist der zentrale Gedanke von TAMERA: die konkrete Utopie zu entwickeln, die in der entelechialen Entwicklung der Geschichte heute ansteht, und mit der Kraft dieser Friedensutopie einzuwirken in die Entscheidungskämpfe unserer Zeit.

Der innere ”Traum” der Menschheit ist die überall noch uneingelöste, aber dennoch reale Vision einer globalen, solidarischen, zusammengehörenden Menschen- und Völkergemeinschaft, verbunden in gemeinsamer Fürsorge und Liebe für alles Leben auf der Erde. Was bedeutet dieser Traum konkret für Ernährung und Produktion, für das Zusammenleben der Geschlechter, für die politische Organisation der neuen Gemeinschaften, für die weltweite Kommunikation, für die Zusammenarbeit mit den Wesen der Natur und den Kräften der Schöpfung? Was bedeutet er für unser Zusammenleben mit Wildtieren, mit Haustieren, mit Schnecken im Garten? Was bedeutet er konkret in Bezug auf unseren Alltag, unsere Art zu essen, zu arbeiten, zu lieben, zu beten? Mit welcher Art von Kraftsammlung und von spiritueller Lebenspraxis sind wir in der Lage, die in uns und in der Geschichte angelegte konkrete Utopie zu sehen und zu verwirklichen? Wir stehen mit diesen Fragen unmittelbar vor dem archimedischen Punkt, an dem sich so vieles entscheidet. Es gibt keinen Grund mehr, in den Korsetts des alten Lebens steckenzubleiben.

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*) TAMERA steht hier nicht nur für einen speziellen Ort, sondern für eine politische Idee, die überall verwirklicht werden kann.

April 1, 2011 Posted by | Basic, Friedensbewegung, Politik | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar