Projekt „Zukunft ohne Krieg“

Ein globales Unternehmen, die Erde von Gewalt und Krieg zu befreien.

DIE MACHT DER KONKRETEN UTOPIE

Aus: Dieter Duhm, Die Heilige Matrix

Wenn wir den Krieg überwinden wollen, brauchen wir eine konkrete Vision für den Frieden. Wenn wir das globale Kraftfeld der Gewalt überwinden wollen, brauchen wir eine konkrete Vision für ein globales Kraftfeld des Friedens. Wir haben in der Studentenrevolte der Sechziger Jahre gesehen, wie leicht Menschen in der Lage sind, gemeinsam gegen etwas zu kämpfen, und wie schwer es ihnen fällt, auch gemeinsam zu leben. Wir konnten das Problem einer Polizeikette lösen, aber nicht das Problem des Geschirrspülens in unseren Wohngemeinschaften, nicht das Problem der Hierarchie in unseren Gruppen und schon gar nicht das Problem der Sexualität. Außer einigen Parolen vom herrschaftsfreien Leben gab es noch keine positive Vision, keine konkrete Utopie für eine neue Lebensweise. Die bisherigen Befreiungskämpfe waren meistens Kämpfe gegen bestehendes Unrecht und noch nicht ein Kampf für die Verwirklichung einer klar gesehenen und realistischen Vision von Frieden und Gerechtigkeit.

Die Aufgabe von TAMERA*) ist die profunde Entwicklung einer konkreten Utopie für eine neue Form menschlicher Kultur und Gesellschaft und für eine neue Verbindung unseres Lebens mit den Wesen der Natur und den Kräften der Schöpfung. Eine solche konkrete Utopie enthält ein relativ präzises Bild und eine komplexe Gesamtinformation für eine reale Friedenskultur. Utopie unterscheidet sich von Illusion dann, wenn sie mit dem inneren Bauplan und den Möglichkeiten der Realität, also des Universums, übereinstimmt. Alle Wesen haben eine konkrete Utopie (als sogenannte ”Entelechie” und innere Zielgestalt) in sich, die ihre Entwicklung steuert. Die Macht der konkreten Utopie ist gewaltig, sie macht aus dem Samenkorn einen ausgewachsenen Baum, aus der Raupe einen Schmetterling, aus dem Embryo einen erwachsenen Menschen. Die Einzelwesen besitzen diese Macht nicht aus eigener Kraft, sondern aus ihrer Verbindung mit dem Ganzen. Die konkrete Utopie ist die Matrix oder die Blaupause, durch welche die Macht des Ganzen in das Wesen einströmt und es zur Verwirklichung bringt. Würde die Raupe aus eigenem Entschluß ein Schmetterling werden wollen, so stünde sie vor einer unlösbaren Aufgabe. Die konkrete Utopie ist derjenige Machtfaktor im Leben, der alle Wesen über ihre momentane Begrenzung hinausführt.

Das Wirken der konkreten Utopie folgt einem Kraftprinzip, welches allen mechanischen Prinzipien weit überlegen ist. Ein winziger Graskeimling kann eine fünf Zentimeter dicke Asphaltdecke durchstoßen. Er kann dies wiederum nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Verbindung mit dem Ganzen, welche ihm durch seine innere Blaupause mitgegeben ist. Der Machtkampf zwischen dem Graskeimling und der Asphaltdecke wird somit auf einer gänzlich anderen Ebene entschieden. Auf analogem Wege könnten sich die Friedenskräfte gegen die äußerliche Übermacht der Zerstörungskräfte durchsetzen.

Es besteht kein Zweifel, daß eine fundamentale Wendung zu einer Zukunft ohne Gewalt möglich ist, wenn es uns gelingt, für uns und unsere gesellschaftliche Entwicklung die richtige konkrete Utopie zu finden. Wir hätten damit die Matrix oder Blaupause gefunden, durch welche die gesamte Macht der Schöpfung in unsere Arbeit einströmen könnte. Es ist die einzige Macht, die stärker ist als der Krieg. Und genau dies ist der zentrale Gedanke von TAMERA: die konkrete Utopie zu entwickeln, die in der entelechialen Entwicklung der Geschichte heute ansteht, und mit der Kraft dieser Friedensutopie einzuwirken in die Entscheidungskämpfe unserer Zeit.

Der innere ”Traum” der Menschheit ist die überall noch uneingelöste, aber dennoch reale Vision einer globalen, solidarischen, zusammengehörenden Menschen- und Völkergemeinschaft, verbunden in gemeinsamer Fürsorge und Liebe für alles Leben auf der Erde. Was bedeutet dieser Traum konkret für Ernährung und Produktion, für das Zusammenleben der Geschlechter, für die politische Organisation der neuen Gemeinschaften, für die weltweite Kommunikation, für die Zusammenarbeit mit den Wesen der Natur und den Kräften der Schöpfung? Was bedeutet er für unser Zusammenleben mit Wildtieren, mit Haustieren, mit Schnecken im Garten? Was bedeutet er konkret in Bezug auf unseren Alltag, unsere Art zu essen, zu arbeiten, zu lieben, zu beten? Mit welcher Art von Kraftsammlung und von spiritueller Lebenspraxis sind wir in der Lage, die in uns und in der Geschichte angelegte konkrete Utopie zu sehen und zu verwirklichen? Wir stehen mit diesen Fragen unmittelbar vor dem archimedischen Punkt, an dem sich so vieles entscheidet. Es gibt keinen Grund mehr, in den Korsetts des alten Lebens steckenzubleiben.

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*) TAMERA steht hier nicht nur für einen speziellen Ort, sondern für eine politische Idee, die überall verwirklicht werden kann.

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April 1, 2011 Posted by | Basic, Friedensbewegung, Politik | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

In Nahost entscheidet sich mehr als die Zukunft zweier Völker.

von Dieter Duhm

In Nahost entscheidet sich mehr als die Zukunft zweier Völker. Wenn hier Friede gelingt, dann wird etwas Neues für die Menschheit gelungen sein. Denn in diesem Krieg offenbart sich ein Konfliktpotential der ganzen Menschheit. Ein Friede in Nahost hätte deshalb nicht nur regionale, sondern planetarische Bedeutung.

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Februar 28, 2009 Posted by | Basic, Politik | , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn wir den Krieg beenden wollen…

…müssen wir ihn da beenden, wo er tagtäglich neu gezeugt und neu geboren wird: in unseren alltäglichen Lebensverhältnissen, im Dauerstreß unterdrückter Sehnsüchte, in Schulen und Familien, in den Tragödien der Liebe, in unseren Vorstellungen von Mannsein, Frausein, von Sex und Besitz, in den viel zu engen Käfigen unseres beruflichen, sozialen und sinnlichen Lebens.

Wir wollen, dass die Jugend der Welt nicht mehr in den Krieg zieht?
Dann brauchen wir ein höheres Lebensziel, ein lohnenderes Leben und eine bessere Einsatz-möglichkeit der jugendlichen Kräfte.

Wir wollen, dass die weltweite sexuelle Gewalt beendet wird?
Dann müssen wir konkrete Lebensverhältnisse schaffen, wo sexuelle Freude ohne Gewalt, ohne Erniedrigung und ohne unnötige Einschränkungen erlebt werden kann.

Wir wollen die Welt von Despotismus, Betrug und Lüge befreien?
Dann lasst uns reale Verhältnisse aufbauen, in denen Despotismus, Betrug und Lüge keinen evolutionären Vorteil mehr haben.

Nicht nur träumen, reden, wünschen, appellieren, sondern aufbauen, real bauen!
Die Welt wird erst besser werden, wenn wir zeigen, dass es möglich ist.

Auszug aus „Die Kriegsgesellschaft und ihre Transformation. Manifest gegen den Krieg“ von Dieter Duhm

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Januar 29, 2009 Posted by | Politik | , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung

In Solidarität mit allen, die den Kriegsdienst verweigern, möchte ich folgenden Text veröffentlichen. Jetzt ist Waffenruhe in Gaza. Wieder einmal konnte die Welt sehen, was Krieg bedeutet. Aber der Krieg geht weltweit weiter. Um den Krieg zu beenden, brauchen wir ein Wissen über das gesamte Kriegssystem und wie wir es verlassen können. Eine Möglichkeit ist folgender Text.
Bitte verteilt ihn in euren Netzwerken, gebt es an eure Freunde weiter. Helft mit, diesen Planeten in einen Planeten des Friedens zu verwandeln.

„Ihr habt keine Feinde. Die Menschen mit anderem Glauben, anderer Kultur oder anderer Hautfarbe sind nicht eure Feinde. Es gibt keinen Grund, sie zu bekämpfen.
Die, die euch in den Krieg schicken, tun es nicht für eure Interessen, sondern für ihre eigenen. Für ihren Profit, ihre Macht, ihren Vorteil, ihren Luxus.
Warum kämpft ihr für sie? Habt ihr Anteil an ihrem Profit? Habt ihr Anteil an ihrer Macht? Habt ihr Anteil an ihrem Luxus?
Und gegen wen kämpft ihr? Haben euch die sogenannten Feinde etwas getan? Cassius Clay hat sich geweigert, in Vietnam zu kämpfen. Er hat gesagt, die Vietnamesen hätten ihm nichts getan. Oder ihr GI´s: Haben euch die Afghanen, die Iraker, die Iraner etwas getan? Oder ihr jungen Russen: Haben euch die Tschetschenen etwas getan? Und wenn ja, wißt ihr, wieviel Schlimmes eure Regierung ihnen angetan hat? Oder ihr jungen Israelis: Haben euch die Palästinenser etwas getan? Und wenn ja, wißt ihr, was eure eigene Regierung ihnen angetan hat? Wer hat das Unrecht verursacht, das ihr bekämpfen sollt? Wißt ihr, welchen Mächten ihr dient, wenn ihr mit Panzern durch erobertes Gelände fahrt?
Wer in aller Welt verursacht das Unrecht, zu dessen angeblicher Bekämpfung die Jugend in den Krieg geschickt wird? Es sind eure eigenen Regierungen, eure eigenen Gesetzgeber, es sind die Herrscher in eurem eigenen Land.
Es ist die Welt der Banken und Konzerne, der Rüstungsindustrie und der Militärs, denen ihr dient, wenn ihr ihren Kriegsbefehlen folgt. Wollt ihr wirklich deren Welt unterstützen?
Wenn ihr das nicht wollt, dann ignoriert den Kriegsdienst. Ignoriert ihn so beharrlich und so machtvoll, dass sie euch nicht mehr holen. „Stellt euch vor, es wäre Krieg, und niemand ginge hin.“ Kein Mensch auf der Erde hat das Recht, einen anderen Menschen zum Krieg zu zwingen. Wenn sie euch einziehen wollen zum Kriegsdienst, dann dreht den Spieß um. Schreibt ihnen, wo und wann sie sich zu melden haben, mit welchen Socken, Unterhosen und Hemden sie bitte antreten sollen. Macht ihnen unmißverständlich klar, dass sie ab sofort selber in den Krieg ziehen müssen, wenn sie ihre schmutzigen Interessen durchsetzen wollen. Benutzt eure Beziehungen, eure Medien, eure Jugend und eure Macht, um den Spieß umzudrehen. Wenn sie Krieg wollen, sollen sie sich selber in die Panzer und Schützengräben begeben, sollen selber über Minenfelder fahren und sich von Schrapnellwaffen zerfetzen lassen.
Es gäbe keine Kriege mehr auf der Erde, wenn diejenigen, die die Kriege verursachen, die Schlachten selber führen müßten und wenn sie am eigenen Leib erfahren würden, was es heißt, verstümmelt oder verbrannt zu werden, zu verhungern, zu erfrieren, vor Schmerzen ohnmächtig zu werden.
Krieg ist das Gegenteil von jedem Menschenrecht. Wer Krieg befiehlt, ist immer im Unrecht.
Krieg ist die aktive Verursachung von unendlichem Leiden: zerquetschte und verbrannte Kinder, zerfetzte Leiber, zerstörte Dorfgemeinschaften, verlorene Familienangehörige, verlorene Freunde oder Liebespartner, Hunger, Kälte, Schmerz und Flucht, Grausamkeit gegen die Zivilbevölkerung – das ist Krieg!
Niemand darf in den Krieg ziehen. Hinter den Gesetzen der Herrschenden gibt es ein höheres Rechtsgut: „Du sollst nicht töten.“ Es ist die moralische Pflicht aller mutigen Menschen, sich dem Wehrdienst zu entziehen. Tut es massenhaft und tut es solange, bis niemand mehr Lust hat, in den Krieg zu ziehen. Es ist eine Ehre, den Kriegsdienst zu verweigern. Zeigt diese Ehre solange, bis sie von allen anerkannt wird.
Die Uniform des Soldaten ist das Narrenkleid der Hörigen. Befehl und Gehorsam sind die Logik einer Kultur, die Angst hat vor der Freiheit.
Wer sich zum Krieg bereit findet, und sei es nur zum obligatorischen Wehrdienst, macht sich der Mittäterschaft schuldig. Es verträgt sich mit keiner Ethik, der Wehrpflicht Folge zu leisten. Solange wir Menschen sind, müssen wir mit allen Mitteln dafür sorgen, dass dieser Wahnsinn aufhört. Es kann keine humane Welt geben, solange der Kriegsdienst als gesellschaftliche Pflicht akzeptiert wird.
Der Feind: das sind immer die anderen. Aber denkt nach: Wenn ihr auf der „anderen“ Seite wärt, dann wärt ihr selbst der Feind. Die Rollen sind austauschbar.
„Wir weigern uns, Feinde zu sein.“ Die Tränen, die eine palästinensische Mutter weint um ihr getötetes Kind sind dieselben wie die Tränen einer israelischen Mutter, deren Kind bei einem Bombenattentat ums Leben kam.
Der Krieger der neuen Zeit ist ein Krieger des Friedens.
Man muß den Mut haben, Leben zu schützen und weich zu werden, wenn unseren Mitgeschöpfen Hartes zugefügt wird. Trainiert euren Leib, kräftigt euer Herz und festigt euren Geist, um die weiche Kraft gegen alle Widerstände durchzusetzen. Es ist die weiche Kraft, die alle Härten überwindet.
Ihr alle seid aus der Liebe zwischen einem Mann und einer Frau hervorgegangen. So liebt und verehrt und pflegt die Liebe.
“Make love, not war.“ Das war ein tiefer Satz der amerikanischen Kriegsdienstverweigerer zur Zeit des Vietnamkriegs. Möge dieser Satz einziehen in alle jungen Herzen. Und mögen wir alle die Intelligenz und den Willen finden, ihm für immer zu folgen.
Im Namen der Liebe.
Im Namen aller Kinder.
Im Namen der Wärme für alles, was Haut und Fell hat.“

von Dieter Duhm

Januar 26, 2009 Posted by | Politik | , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Gaza: Es gibt nur noch eine Grenze…

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine Mail von einer Friedensaktivistin aus Israel zur Situation in Gaza, in der stand: „… sie haben Kinder gefunden, die in ihren Häusern kauerten, wahrscheinlich schon tagelang, neben den Körpern ihrer getöteten Eltern. Die Ambulanz war nicht zu ihnen durchgelassen worden, trotz der strengen internationalen Gesetze für einen freie medizinsche Versorgung.“

Ich bitte alle LeserInnen einen Moment innezuhalten, damit die Information auch das Herz erreichen kann.

Weiß man, was ein Kind ist? Bei Nacht? Neben der Leiche seiner Mutter?

Etwas in mir wird sehr ruhig. Ich will keine Petitionen mehr unterschreiben, nicht mehr meditieren und für den Frieden beten. Ich habe nur noch den großen Wunsch zu verstehen. Was heute in Gaza geschieht, geschah gestern in Ruanda, im Kosovo, in Vietnam und kann morgen auch hier in meiner unmittelbaren Nachbarschaft geschehen.

Ich weiß, das Unrecht wird koordiniert und angeordnet im Namen von Regierungen und Militär, von Banken und Konzernen, von Geheimdiensten und Waffenindustrien, aber sie alle könnten nichts ausrichten, wenn es nicht genügend Menschen gäbe, die latent gewaltbereit sind, jederzeit dafür zu gewinnen, die Kriegspläne auch auszufüren.

So bleibt die Frage: Wer ist der Mensch?

Ich möchte dazu einige Sätze zitieren von Dieter Duhm:

„Ich bin der Einsiedler, der aus seiner Höhle kriecht in dem bedächtigen Entschluß, die Welt, in der er von nun an leben möchte, mit unparteilichem Interesse so zu sehen, wie sie wirklich ist. Nichts ist ungeheuerlicher, schauriger, widersprüchlicher und unbegreiflicher als der Mensch, wenn wir aufhören, ihn zu früh zu erklären und unserem embryonalen Begriffsvermögen anzupassen. Es geht nur um das Sehen, nicht um Deutungen und Beurteilungen. Machen wir einen Längsschnitt durch die bisherige Geschichte oder einen Querschnitt durch alles, was jetzt, in diesem Augenblick, auf unserem Planeten unter Menschen (auch zwischen Menschen und Tieren) geschieht, so gibt es für das Sehvermögen des naiven Auges vielleicht nur eine einzige Grenze: die Grenze des Entsetzens.

Der Mensch: das ist das Wesen, das Pyramiden gebaut hat, Städte bis auf das letzte Kind und die letzte Katze ausgelöscht hat, Choräle gesungen und Kathedralen errichtet hat, Andersgläubige auf glühendem Rost gebraten und Andersrassige in Seife verwandelt hat; das Wesen, das aus Liebe gehaßt und aus Frömmigkeit gemordet hat, das Nächstenliebe gepredigt und Napalm produziert hat, das den Frieden liebt und jetzt seinen nuklearen Untergang vorbereitet.

Das Unfaßliche verlangt gebieterisch eine Antwort. Aber hüten wir uns, sie zu schnell zu geben.“

Januar 17, 2009 Posted by | Uncategorized | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

… wenn sich Wille und Vision in große Höhen bewegen

Gerade komme ich zurück von einer längeren Reise durch die USA, vor allem durch Kalifornien, berührt und überwältigt von der Schönheit dieses Landes und seiner Natur, vom politischen Engagement vieler seiner Einwohner und von existentiellen Gesprächen. Die USA – das war lange Zeit das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und ist es zum Teil immer noch. Wie wird es jetzt weitergehen – dort und überall auf der Welt?

Ich möchte eine Stelle aus dem Buch „Die Heilige Matrix“ (link auf amzon.de) von Dieter Duhm zitieren:

„Wir Menschen besitzen die Intelligenz, computergesteuerte Waffen zu bauen und Weltraumstationen zu errichten. Wir sind dabei, winzige U-Boote durch Arterien zu schicken und mit Nano-Kanonen molekulare Informationen in krankes Gewebe zu schießen. Dies alles ist kein Science Fiction mehr. Es offenbart uns die großen Möglichkeiten, vor denen wir stehen, wenn sich Wille und Vision in solche Höhen bewegen. Es ist eine Frage von Vision und Wille, ob wir in der Lage sind, denselben Einsatz von Intelligenz und Erfolgsbereitschaft auch im menschlichen Bereich aufzubringen und für unser Leben auf der Erde eine neue Ordnung zu finden, die mit den ursprünglichen Ordnungen des Lebens und des Universums nicht mehr kollidiert, sondern zusammenschwingt.

Wir verfügen, wenn wir wollen, über die Möglichkeit, aus den Verpuppungen und Panzerungen der Angst auszusteigen und für unser weiteres Dasein die heilige Matrix zu wählen. Dies ist keine Sisyphusarbeit, denn die heilige Matrix ist als Blaupause bereits vorhanden. Wir verwirklichen sie, indem wir sie sehen, wahrnehmen und annehmen. Es ist ein tiefer Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Verwirklichung: „realize“ heißt das Wort im Englischen. Durch die Wahrnehmung werden latente Möglichkeiten in die Wirklichkeit gerufen.“

November 18, 2008 Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Morgendämmerung einer neuen Zeit

Morgen, am 1. Oktober, beginnt eine Pilgerwanderung durch den Regenwald Kolumbiens mit über 500 TeilnehmerInnen. Viele kommen aus dem Friedensdorf San José de Apartado (Kolumbien), andere aus anderen Ländern Lateinamerikas, aber auch aus den USA, Europa, Israel, Palästina. Geleitet wird die Pilgerschaft von Padre Javier Giraldo (Kolumbien), Sabine Lichtenfels (www.the-grace-foundation.org) und Benjamin von Mendelssohn (www.prvme.org).

Ich sende ihnen Grüsse mit einem Zitat aus dem Buch „Zukunft ohne Krieg“ von Dieter Duhm. Er beschreibt eine Vision:

„Ich sehe eine neue Generation von Pilgern aus allen Ländern über die Erde ziehen. Sie sind nicht mehr gebunden an Nation, Sprache, Rasse, Kultur und Religion, auch nicht an Reichtum und Besitz. Sie helfen in Krisengebieten, besuchen heilige Stätten, sind unterwegs zu neuen Ankerplätzen, begegnen sich an Lagerfeuern, in Scheunen oder Herbergen, teilen sich ihr Brot und entwickeln eine neue Qualität von Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. So entsteht außerhalb aller Institutionen ein junges Weltbürgertum von neuer Art – eine andere Globalisierung. Unterstützt wird dieser Vorgang durch die Entstehung neuartiger Zentren, die sich langsam auf der Erde ausbreiten. Wir nennen sie „Heilungsbiotope“ oder „Friedensdörfer“. Sie dienen den Pilgern als Herberge, Studienort und Arbeitsstätte. Hier wird reale Forschungsarbeit gemacht für die technologischen, spirituellen und sozialen Grundlagen einer gewaltfreien Weltgesellschaft. Die Zentren stehen untereinander durch die wachsende Pilgerschar in fluktuierender Verbindung. Man weiß voneinander, man ist auf demselben Weg und man hat die Verantwortung übernommen für die Zukunft unseres Planeten. Beginn einer neuen Kultur, Morgendämmerung einer neuen Zeit.

Möge die Jugend aller Länder austreten aus ihren Vergangenheiten und eintreten in die Möglichkeiten einer neuen Epoche von planetarischem Denken, planetarischer Freundschaft und planetarischer Freude. Mögen sich junge Menschen aus Toronto, aus Sidney oder Nairobi, aus San Francisco oder Kiew treffen, mögen sie in Kolumbien oder bei den Zapatisten in Mexiko, in Bethlehem oder in Tamera die neue Weltgemeinschaft feiern. Mögen sie aus dem Weltencode die Informationen und Kräfte verwirklichen, die uns in eine lebenswerte Zukunft auf einem wunderbaren Planeten führen. – Sie werden es tun, die „Bewegung für eine freie Erde“ ist bereits im Gang.“

September 30, 2008 Posted by | Basic | , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Sich Zeit nehmen um zu begreifen, was da eigentlich geschieht

Ich habe mir einen heißen Tee gemacht und genieße die Wärme des Getränks und die Wärme des Raumes, in dem ich mich befinde.
Im Internet lese ich eine aktuelle Nachricht:
(…) Das Leiden der Tibeter unter der chinesischen Unterdrückung ist derart unerträglich, daß manche keinen Ausweg mehr sehen und sich das Leben nehmen. Im Osten Tibets, in Amdo und Kham mußten nicht wenige aus ihren Häusern fliehen und suchen jetzt im Bergland Zuflucht vor der Brutalität der chinesischen Sicherheitskräfte. Ohne Nahrung, Kleidung und Brennstoff sind sie in den Bergen und Wäldern gefangen. Ihre Lage ist lebensbedrohlich und sie bedürfen dringend internationaler Unterstützung. (…)
Was tue ich? Gehe ich weiter meiner normalen Beschäftigung nach? Habe ich diese Nachricht, wie schon unzählige zuvor, in den nächsten Minuten wieder vergessen? Werde ich verschluckt von meinem Alltagsleben, meinen Alltagssorgen, meinen Alltagsbedürfnissen?

Ich nehme das Buch „Zukunft ohne Krieg“ von Dieter Duhm in die Hand und lese darin:
„An den Folgen von Kolonialisierung und Globalisierung sterben mehr Menschen als jemals in einem Krieg gestorben sind. Können wir fortfahren, unsere Vorteile zu genießen und unseren Einsatz auf Worte zu beschränken? Wir müssen reale Wege und Mittel finden, die Erde vom Krieg zu befreien. Wir nehmen indirekt teil am Krieg, weil wir keine Zeit haben zu begreifen, was da eigentlich geschieht. Unsere Kultur ist so eingerichtet, dass niemand Zeit hat zu begreifen, was da eigentlich geschieht.“

Ich beschließe, mir heute Zeit zu nehmen. Jetzt, sofort, für die Menschen in Tibet und Palästina, im Irak, im Sudan und Kolumbien. Ich fordere auch meine Mitmenschen auf, sich Zeit zu nehmen. Jetzt, sofort. Bevor wir über Möglichkeit und Unmöglichkeit eines globalen Friedens diskutieren, bevor wir verschiedene Wege und Strategien erörtern, müssen wir diese heile Stelle in uns selbst aufsuchen, von der aus wir aus vollem Herzen sagen: Ich will eine Erde ohne Krieg. Ich merke, das ist nicht nur mein kleiner, persönlicher Wunsch, es ist der Traum einer ganzen Menschheit. Er muß in mir und in vielen von uns wieder wachgerufen werden, denn wir sind es, die noch ein Dach über dem Kopf und genügend Zeit und Kraft zum Denken und Handeln haben.
Ich danke für Beiträge und Stellungnahmen.

April 12, 2008 Posted by | Basic | , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die grenzenlosen Möglichkeiten des Menschen

zok-dt-web.jpgDas Thema dieses Blogs ist das Buch „Zukunft ohne Krieg“ von Dieter Duhm, das ich in verschiedenen Auszügen, Textabschnitten und Gedankenschritten vorstellen will, um MitdenkerInnen zu gewinnen für die Verwirklichung des hier vorgeschlagenen Friedensplans.

Als Einführung in die Gedanken des Buches möchte ich eine persönliche Geschichte erzählen:

Vor einiger Zeit traf ich mich mit einigen Frauen zu einem Gespräch. In der hereinbrechenden Dämmerung erzählt uns Luz Marina aus Kolumbien ihre Geschichte. Sie ist zum ersten Mal in Europa, kann weder lesen noch schreiben, ist eine Campesina, eine Bäuerin, 50 Jahre alt. Mit 16 wurde sie beinahe umgebracht. Die Machete verfehlt nur um wenige Zentimeter ihren Kopf, trifft ihren linken Daumen, der dabei fast durchtrennt wurde. Ihr Mann und ihr ältester Sohn wurden vor einigen Jahren ermordet. Seitdem sorgt sie allein für sich und ihre sechs Kinder. Die Bauern sind so etwas wie „Freiwild“ für die bewaffneten Gruppen, Militär, Polizei, Paramilitär, Guerilla oder „einfache“ Kriminelle, die in dieser Gegend umher streifen und keiner moralischen Instanz, keinem Gesetz oder Rechtsstaat untergeordnet sind. Über 150 Menschen aus ihrem Dorf wurden in den letzten Jahren ermordet, zum Teil auf sehr grausame Art und Weise.
Doch Luz Marina kann nicht weggehen. Wohin auch? Die Situation ist überall gleich schlimm; hier hat sie zumindest noch ein kleines Stück Boden, auf dem sie das Nötigste zum Überleben anbauen kann.
Das Schicksal von Luz Marina ist das Schicksal von Millionen von Menschen, die heute auf der Erde leben. Wohin sollen sie gehen?
Das Buch „Zukunft ohne Krieg“ ist in Anbetracht dieser Schicksale geschrieben. Es will Menschen retten. Deswegen mutet es den Lesern und Leserinnen zu, im Zeitalter kurzlebiger Werbespots eine Theorie zu studieren. Satz für Satz. Gedanke für Gedanke. Es ist die Logik einer wirksamen Hilfe für die Welt. Wer ihr folgt, versteht, warum und wie die Erde heilbar ist.
Das Buch zeigt die grenzenlosen Möglichkeiten auf, die uns Menschen zur Verfügung stehen, wenn wir neue geistige Ressourcen erschließen.
Was hier gelehrt wird, ist das Wissen einer neuen Zeit. Es ist das Wissen darüber, dass wir nicht länger trennen dürfen zwischen Theorie und Erfahrung, zwischen einer objektiven Welt „da draußen“ und einer subjektiven „in uns“. Auch nicht mehr zwischen denen, die in Krisengebieten leben und uns, die wir ein Dach über dem Kopf und einen vollen Kühlschrank haben. Wir alle gehören zu ein und derselben Familie des Lebens. Wir alle leiden an ein und derselben Krankheit. Unsere Heilung, Hilfe für die Dritte Welt, Rettung der Natur sind Aspekte ein und desselben Vorgangs, den wir verstehen können und verstehen müssen, wenn wir ihn in die gewünschte Friedensrichtung lenken wollen.

März 12, 2008 Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar